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Karben
29.07.2010

Stadt steigert Badespaß – Imbiss, Außendusche sowie ein Kinderbecken sind neu und der Beachvolleyballplatz wird verlegt


Hier macht’s Baden Spaß (von links): Anastasia (6), Dominique (5), Sovana (4), Ronja und Shirin (beide 9) finden das Kinderbecken auf der Liegewiese des Karbener Hallenfreizeitbades super. Bloß wäre ein Außenbecken noch viel toller. Aber das kann die Stadt nicht leisten, enttäuscht Bürgermeister Rahn diese Hoffnungen. Foto: den

Karben. Nach und nach wird’s immer schöner: Nach den Umkleiden und Duschen wird im Karbener Hallenfreizeitbad nun der Außenbereich aufgefrischt. Das soll wieder mehr Besucher anlocken. So gibt’s nun eine Außendusche und das Beachvolleyballfeld wird verlegt. Außerdem hat wieder ein Imbiss geöffnet und bietet Bratwurst, Getränke und Eis an.

Shirin und Ronja (beide 9) lümmeln sich im niedrigen Wasser des Kinderbeckens auf der Liegewiese des Freizeitbades. Hier können sie endlich in Ruhe über alles sprechen, was Mädchen in ihrem Alter so zu besprechen haben. Und bei heißem Wetter auch noch im kühlen Wasser. So lässt sich der Supersommer 2010 gut aushalten.

Allzu oft kommt Shirin im Sommer aber nicht ins Karbener Bad. „Meine Mutter sagt immer: Hier ist zuviel Trubel.“ Grund dafür war über Jahre das Beachvolleyballfeld am Rande der Liegewiese direkt neben dem Planschbecken. Mal flog der Ball zwischen die Kleinen ins Wasser, mal schippten die den Sand eimerweise ins Becken.

Das hat nun ein Ende: Das Beachvolleyballfeld wird gerade auf den 3000 Quadratmeter großen Wiesenstreifen zur Feuerwehr hin verlegt. Künftig ist die Liegewiese dann 10 000 Quadratmeter groß. „Die Fläche war bisher einfach nur umzäunt und ungenutzt“, berichtet Bürgermeister Guido Rahn (CDU). Nun kommt der Zaun weg.

Während der Supersommer dieser Tage eine kleine Pause einlegt, denken die Schwimmbadleute nicht daran. Seit einem dreiviertel Jahr sind sie dabei, das rund 30 Jahre alte Bad in Schuss zu bringen, das jährlich eine halbe Million Euro Minus macht. Bisher ließ sich die Stadt das mehr als 300 000 Euro kosten. Umkleiden und Duschen sind schon nagelneu.

Nun ist das Außengelände dran. Dort wurde neben dem Planschbecken eine neue Dusche installiert. „So schön kalt“, sagt Carolin und springt zu ihrer Freundin Isabell unter den Wasserstrahl. „Iiiih“, rufen beide hell im Chor. Direkt neben dem Planschbecken entsteht eine neue Sitzgruppe mit Tischen für die Eltern. Von dort aus können sie entspannt dem Treiben ihrer Kinder beim Planschen zuschauen.

Viel wichtiger noch für die Infrastruktur dürfte der Imbiss sein: „Bei Anna“-Wirt Gianni Raimondi aus Groß-Karben hat die alte Hütte instand gesetzt und wieder in Betrieb genommen. Er bietet Bratwurst, Pommes und Eis an. „Aber auch frischere Sachen wie Salate.“ Die Preise setzte er niedrig an: Einen halben Liter Kaltgetränk gibt’s für taschengeldfreundliche 1,75 Euro.

„Ist doch besser, die Leute kaufen hier was und bringen nichts mit.“ Bloß: Reich wird Raimondi damit nicht. „Das machen wir, um der Stadt zur Seite zu stehen.“ Und weil Raimondi gern den Fuß in der Tür haben möchte, wenn die Stadtwerke nächstes Jahr das Bistro wieder in Betrieb nehmen wollen.

Solches Engagement freut den Bürgermeister. Ebenso, dass die Arbeiten im Außenbereich nur 27 000 Euro kosten, wie Stadtwerke-Mitarbeiterin Caroline Beck berichtet. Die nächsten großen Brocken folgen bald: Für bis zu 1,5 Millionen Euro soll als nächstes die Sauna im Obergeschoss erneuert werden. Zugleich soll eine Extra-Sauna im Außenbereich entstehen und das gesamte Bad energetisch saniert werden. Aktuell holten die Stadtwerke dafür Angebote ein, berichtet Guido Rahn.

Das Ziel: Die Zahl der Badegäste soll wieder die 100 000 pro Jahr überschreiten. Die Sommermonate helfen: „Da haben wir mehr Besucher, obwohl wir ein Hallenbad sind“, freut sich Caroline Beck. Bis zu 350 Menschen sind es pro Tag.

Diese Zahlen finden Shirin und Ronja nicht so spannend. Sie stört, dass es kein Außenschwimmbecken gibt. „Ein Drei-Meter-Brett und eine Wasserrutsche“, sagt Shirin, „das wäre cool.“ Der Bürgermeister hört’s, lächelt und – sagt Nein. „Wenn man so viel Verlust schreibt, muss man erstmal sehen, dass alles gut in Schuss ist“, erklärt Rahn. „Danach können wir weitersehen.“ (den)








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