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Bürgeraktive – Selbsthilfe groß geschrieben

Eva Rabold und Silke Schöck freuen sich über das Interesse an den Gruppen der Bürgeraktive. Foto: Mag
Eva Rabold und Silke Schöck freuen sich über das Interesse an den Gruppen der Bürgeraktive. Foto: Mag

Bad Vilbel. Seit jeher stellt sich die Selbsthilfekontaktstelle im Rahmen des Bürgerempfangs mit einer Parallelveranstaltung vor. Die Leiterin der Bürgeraktive, Eva Raboldt, strahlte die Besucher an. Viele blieben an den Ständen stehen oder bekamen ein von ihr und ihrer Kollegin Silke Schöck erstelltes Quiz in die Hand gedrückt. Auf diesem waren die acht Selbsthilfegruppen aufgelistet, die sich im Rahmen des Selbsthilfetags vorstellten.
»Die Fragen sind so konzipiert, dass die Besucher an den Ständen nachfragen müssen«, sagte Raboldt. »So kommen die Leute ins Gespräch.« Zu gewinnen gibt es Gutscheine für das Café auf dem Kreativmarkt im November, das die Bürgeraktive ausrichtet.
»Zum ersten Mal ist die Gruppe ›Psychische Erkrankungen‹ hier vertreten und auch die Selbsthilfegruppe Schlafapnoe. Dabei handelt es sich um die einzige Gruppe im Rhein-Main-Gebiet«, wusste Raboldt.
Jubiläum gefeiert
Die Bürgeraktive ist Träger der Selbsthilfekontaktstelle in Bad Vilbel und konnte im vergangenen Jahr 30-jähriges Bestehen feiern. 50 Selbsthilfegruppen gibt es insgesamt, und zwar aus allen möglichen Bereichen. Betroffene verschiedener Krebserkrankungen, Depressionen oder Diabetes gehören dazu, aber auch Gesprächskreise für Eltern und Senioren. »Das ist schon etwas besonderes für eine Stadt wie Bad Vilbel, so stark aufgestellt zu sein«, ordnete Eva Raboldt die große Anzahl der Gruppen ein.
Die Selbsthilfekontaktstelle bekomme verschiedene Förderungen von Kreis und Land, doch gerade die Stadt Bad Vilbel engagiere sich finanziell sehr. »Die Stadt leistet es sich, für die Bürger ein solches Angebot zu haben. Das ist sonst nicht üblich.« Die Selbsthilfekontaktstelle, fügte Raboldt hinzu, fühle sich als zentraler Anlaufpunkt in Bad Vilbel, wenn es rund um das Thema Medizin gehe. Schließlich biete die Kontaktstelle nicht nur die Gesprächsgruppen an, sondern auch Vorträge.
Einige Stände weiter stand Gerhard Schmudde neben seiner Frau Helga. Die beiden leiten die Selbsthilfegruppe Schlafapnoe und hatten neben Informationsmaterial auch verschiedene Masken mitgebracht, die Betroffenen den Schlaf erleichtern können. »Wir sind die einzige Gruppe im Rhein-Main-Gebiet, die sich mit Schlafapnoe beschäftigt«, erklärte Schmudde. Als Schlafapnoe wird plötzlicher Atemstillstand in der Nacht bezeichnet. Unbehandelt kann dieser zu weiteren schlimmen Folgeerkrankungen führen, sagte der selbst betroffene Schmudde. Immer wieder kamen Besucher am Stand vorbei, nahmen sich einen Flyer, zeigten ihn ihrem Partner, der daraufhin nur abwinkte. Reaktionen, die Schmudde kennt: Meistens sei es der Partner, der feststellt, dass etwas nicht stimmt, der Röcheln, Atemaussetzer oder extremes Schnarchen wahrnehme.
Vorträge anbieten
»Das Problem bei Schlafapnoe ist außerdem dasselbe, wie bei Zahnarztbesuchen. Erst wenn es richtig schlimm wird, geht man dann doch los, um sich Hilfe zu suchen«, sagte Schmudde. Alle zwei Monate trifft sich die Selbsthilfegruppe. Neben Gesprächen bieten die Schmuddes den Besuchern Vorträge und technische Unterstützung bei den medizinischen Masken durch Fachleute an. »Auch gibt es derzeit Probleme bei Krankenkassen. Viele wollen die Untersuchung in Schlaflaboren nicht mehr bezahlen.« Auch dabei bietet die Gruppe Unterstützung.

Alle Gruppen der Selbsthilfekontaktstelle sind online unter www.buergeraktive-bad-vilbel.de aufgelistet. Telefonisch ist die Kontaktstelle erreichbar unter Rufnummer (06101) 1384.