Veröffentlicht am

Peter Pan hat viele Fans

Gefeierte Musical-Premiere über den Jungen, der nicht erwachsen werden will

Das Musical Peter Pan feierte am Sonntag bei den Burgfestspielen Bad Vilbel Premiere. Marc Gruppe bearbeitete das Musical für die Bühne. Jan Radermacher war für die Musik verantwortlich, Christian Voss führte die Regie. Wie das Publikum das Musical bewertete, das zeigte nicht nur der minutenlange Applaus im Finale.

Bad Vilbel. Nein! Die Festspielbesucher der Kurstadt lassen sich nicht einfach vom Spielplan überraschen und lehnen sich erwartungsvoll zurück. Viele Eltern sehen sich in der Verantwortung, ihre Kinder früh an Kultur heranzuführen. Carina Hess aus Nieder-Erlenbach wartet mit ihrem Sohn Lian auf die Inszenierung in der Burg. „Peter Pan hat einen grünen Anzug an, und ich glaube, dass er fliegen kann“, stellt sich der Sechsjährige seinen Helden vor.

Hess genießt das Ambiente und schätzt die Festspiele in der Burg, „weil die noch nicht so überlaufen sind“. Erwachsene haben in ihrer Jugend schon die Bücher vom „einzigen Kind, das niemals erwachsen wird“ gelesen. „Ich besuche die Inszenierung, weil das ein schönes Erlebnis ist und eine Kindheitserinnerung. Ich bin mit Peter Pan aufgewachsen“, sagt Petra Beinert aus Niederdorfelden.

Viel Abwechslung

Die 41-Jährige empfindet es als etwas Besonderes, Theater in einer Burg zu erleben. Kerstin Ike aus Bad Vilbel ist mit ihren Söhnen Julien und Melvin in der Burg. Ike mag Musicals, weil sie durch den Wechsel von Text und Musik sehr abwechslungsreich sind. „Meine Jungs wollten das Musical sehen. Wir sind eine Disney-Familie“, sagt sie und lächelt.

Peter Pan-Fans sind die Ikes seit einem Disneylandbesuch in Paris. Julien besitzt ein Peter Pan Kostüm, Plüschtiere, Tassen und Teller mit dessen Konterfei. Melvin geht gerne ins Theater und liebt Kinobesuche. Elisabeth Abresch aus Alzenau kennt die Geschichte von Peter Pan nicht. Sie besucht die Vorstellung, weil ihre Tochter ihr das empfohlen hat. Die Tochter der 88-Jährigen heißt Ruth Schröfel und ist die Festspiel-Dramaturgin. Auch Anna und Pauline aus Düsseldorf haben für ihre Anreise ein familiäres Motiv. Ihr Vater Sven Hansen ist Ausstatter der Burgfestspiele.

Yeon Woo aus Niederdorfelden würde gerne fliegen können wie Peter Pan. Der Neunjährige besucht die Burgfestspiele mit seiner Familie zum ersten Mal und würde sich gerne ein weiteres Stück ansehen. „Ich habe Lust, auch Jim Knopf zu sehen“, sagt er. Die fünfjährige Lara und die siebenjährige Janna haben mit ihren Großeltern bereits Pippi Langstrumpf gesehen. Peter Pan (Jendrik Sigwart) erleben sie in der Brunnenstadt live. Da gibt es Rangeleien auf der Bühne, die gut ankommen, viele fröhliche Lieder sowie turbulente Szenen mit Indianern, Piraten und einem Krokodil.

Schimpfwörter fallen

Es fallen Schimpfwörter wie „Dumme Gans“ oder „Hohlkopp“. Peter Pan sorgt mit grünem Umhang und Fliegerbrille für Begeisterung, Captain Hook (Raphael Köb) verbreitet Schrecken mit der Hakenhand. Tinkerbell (Sonja Herrmann) und Tigerlilly (Janice Rudelsberger) sind in vielen turbulenten Szenen zu sehen. Rudelsberger mimt auch das Krokodil.

„Schöne Musik, schöne Kulisse, schöne Schauspieler“, lobt Nadja Mikler aus Butzbach in der Pause und tröstet ihren vierjährigen Sohn Lian, der Angst vor Captain Hook hat. Der 12-jährigen Laura aus Bad Vilbel gefallen Kostüme und Choreographien. „Tinkerbell ist im Film süßer. Sie hat blonde Haare mit einem Dutt und ist eine kleine, zierliche Elfe, die man lieben muss. In dieser Inszenierung hat Tinkerbell Ecken und Kanten. Das Kostüm ist nicht schön“, sagt Lauras Schwester Sarah (16).

In diesem Monat steht noch eine Vorstellung am Samstag, 26. Mai, 11 Uhr auf dem Spielplan.

Der Eintritt kostet für Erwachsene 10 bis 14,50 Euro und für Kinder 7,50 Euro bis 12 Euro; im Vorverkauf sind Karten zwei Euro günstiger. Alle Details sind im Kartenbüro im Klaus-Havenstein-Weg 1, Telefon (0 61 01) 55 94 55, zu erfahren oder online unter www.kultur-bad-vilbel.de.