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Tiefgarage statt Parkplatz?

Umbau des Kurhaus-Areals: Statt Hallenbad moderne Stadthalle und Hotel

Kurhaus, Stadthalle, Tagungshotel und Tiefgarage: In einer Reaktion auf die vom SPD-Stadtverordneten Klaus Arabin geäußerten Zweifel über die verfügbaren Flächen offenbart Stadtwerke-Chef Klaus Minkel erstmals Details zum Umbau des Kurhauses.

Bad Vilbel. Seit über 30 Jahren beschäftigt sich Stadtrat und Stadtwerke-Chef Klaus Minkel (CDU) schon mit dem Umbau des Kurhauses, immer in enger Zusammenarbeit mit dem heutigen Ehrenstadtrat Helmut Lehr (SPD). Nun sei endlich eine Lösung in Sicht. Und die fällt großdimensional aus.

So beruft sich Minkel auf ein kürzliches Treffen des Bad Vilbeler Landtagsabgeordneten Tobias Utter (CDU) mit dem Präsidenten der Landesdenkmalbehörde Markus Harzenetter. „Das Gespräch war insofern wertvoll, als Klarheit wegen des Kurhauses erzielt wurde. Da eine Entkernung abgelehnt wird, bleibt es weitgehend unangetastet erhalten, schildert Minkel. Doch das wirft neue Fragen auf. So hatte der SPD-Stadtverordnete Klaus Arabin bezweifelt, dass auf der vorhandenen Fläche genug Platz für das Kurhaus, eine Stadthalle und ein Kongresshotel sein werde (der Bad Vilbeler Anzeiger berichtete am 23. Februar)

Kurhaus bleibt erhalten

Arabin begrüßte, dass das Kurhaus nun erhalten bleiben solle, denn bereits 2001 habe die CDU ja schon einen Abriss ins Spiel gebracht. Der Hintergrund, das Kurhaus nun zu erhalten, scheint nach dem Gespräch zwischen Utter und Harzenetter klar. Minkel erläutert: „Das bedeutet, dass die moderne Stadthalle an das Kurhaus angegliedert werden muss. Der Denkmalschutz wirkt hier mit. Eine Abschätzung der Baumassen hat zudem ergeben, dass Kurhaus, Stadthalle und Tagungshotel fast deckungsgleich von den bisher bebauten Flächen aufgenommen werden können.“ Minkel und bezieht sich damit auf das jetzige Kurmittelhaus und das Hallenbad.

Doch mehr Grün soll es trotzdem geben. Denn Minkel bezieht eine Tiefgarage in seine Überlegungen ein. „Dies bedeutet, dass der ebenerdige City-Parkplatz wieder zum Kurpark zurückgebaut werden kann. Die Konsequenz ist, dass das Grün wieder zunehmen wird. Der Park wird zurückgewonnen.“

Bereits vor Jahren hätten Minkel und der damalige Stadtrat für Stadtentwicklung Rüdiger Wiechers (CDU) diese Option im Spiel gelassen. Und sich gegen ein Parkhaus an dieser Stelle entschieden.

Minkel widerspricht Arabin auch bei dessen Behauptung, die CDU habe damals mit einem Abriss geliebäugelt. „Das ist weder durch irgendeine Beschlusslage der Stadt, der CDU, der CDU-Fraktion oder eine verantwortliche Erklärung der Stadt oder der CDU belegbar.“

Nur Pinselsanierung

So habe Minkel bereits 1985 ein erstes Gutachten zum Kurhaus erstellen lassen. Doch für 3,5 Millionen Mark hätte man damals allenfalls eine bessere „Pinselsanierung erhalten.“ Es folgten weitere Studien, einmal mit Anbau für 18 Millionen Mark, einmal mit Neunutzung und dafür Bau von Stadthalle, Hallenbad und Hotel an einem neuen Ort. Weitere Konzepte folgten, wurden aber wieder verworfen.

„Die Zweifel Arabins wegen eines Kurhaus-Abrisses waren zu keiner Zeit gerechtfertigt, ebenso seine Zweifel, es würde am Platz für ein Hotel fehlen“, sagt Minkel. Und er ergänzt, dass er und Helmut Lehr noch ein Ziel hätten: „Wir beide wollen beim Kurhaus noch Ergebnisse für unsere Stadt sehen.“


Diese Pläne für das Kurhaus-Areal in Richtung Kasseler Straße könnten bei einem Zuschlag Bad Vilbels als Hessentagsstadt 2020 durch vorgezogen zugeteilte Zuschüsse des Landes Hessen bereits in drei Jahren realisiert werden. Dies hielt Kulturamtsleiter Claus-Günther Kunzmann bei den Bürgerversammlungen (siehe Seite 3) zwar für ein sportliches, aber durchaus machbares Unterfangen.