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Auf zum Blocksberg

Hier wird noch geprobt, am Wochenende wird es ernst: Eva Kapser ist in der Burg die kleine Hexe und Philip Wilhelmi ist als Rabe Abraxas zu sehen. Foto: Dieter Deul
Hier wird noch geprobt, am Wochenende wird es ernst: Eva Kapser ist in der Burg die kleine Hexe und Philip Wilhelmi ist als Rabe Abraxas zu sehen. Foto: Dieter Deul

Der Blocksberg wird für die diesjährige Freiluftsaison in die Vilbeler Burg gezaubert: Denn dort wird für Kinder und jung gebliebene Erwachsene „Die kleine Hexe“ als Bühnen-Inszenierung gezeigt. Premiere ist am Sonntag, 17. Mai.

Bad Vilbel. Natürlich habe sie als Kind auch die Bücher von Otfried Preußler gelesen, sagt Hauptdarstellerin Eva Maria Kapser (30). Was sie an der Figur der kleinen Hexe antreibe? „Es ist ein sehr anarchisches Prinzip“, findet sie, „Das gibt Freiheit im Denken und Handeln, es ist etwas sehr lustvolles“, erklärt sie auf der nachtblauen Probebühne, die bis vor kurzem in der Waltzschen Halle in der Rodheimer Straße stand. Jetzt aber geht es nach zweieinhalb Probewochen in die finale Phase mit Proben direkt in der Burg, schließlich geht dort bereits am Samstag, 16. Mai, 15 Uhr die öffentliche Generalprobe über die Bühen – und gleich am Tag darauf folgt am Sonntag um 11 Uhr die Premiere.
Die Geschichte ist eine Parabel vom Erwachsenwerden. Die kleine Hexe, ein Stück für Kinder ab fünf Jahren, will unbedingt in der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg mitmischen, ist aber noch zu jung. Die Oberhexe will sie erst prüfen und deshalb wird tapfer geübt. Mit Erfolg. Da gibt es den mürrischen Förster, den die kleine Hexe zur Freude der Holzweiber im Wald verwandelt. Auf dem Wochenmarkt verleiht sie den Papierblumen der Blumenmädchen betörende Düfte und auch dem Maroni-Mann hilft sie im strengen Winter.
Der zweite Teil des Stücks spielt in der Walpurgisnacht, wo sich die kleine Hexe gegen eine Schar böser, intriganter Hexen behaupten muss. Insgesamt hat das Stück 24 Rollen, meist kleinere, die neun Darsteller übernehmen. Auch eine verhexte Kiste taucht auf, die mit drei Klaviersaiten überspannt ist, aus der Schauspieler Andreas Krämer schräge Töne zaubern wird. Generell wird der Fortgang der Geschichte mit besonderer Klanginstallation begleitet.
Regisseurin Kirsten Uttendorf hat Otfried Preußlers 1957 erschienenes Kinderbuch behutsam für die Bühne modernisiert. Auch Bezüge zu Preußlers böhmisch-bayrischer Lebenswelt, den Schnupftabak oder die Szene mit dem Schützenfest mit Blaskapelle ließ sie weg. Lieber sei ihr eine straffere Fassung, die Raum zum Spielen lasse, betont Uttendorf.Das Stück sei eine Geschichte über Freundschaft, es gehe darum, Hilfe zu leisten und Situationen mit Phantasie zu meistern, erläutert die Regisseurin. Das greift auch Kapser auf, das Lernen, „aber mit Spaß daran, die Begegnung mit Menschen, alles mit großer Leichtigkeit“. In der Burg tritt Kapser bereits in der vierten Saison auf, zuletzt im vergangenen Jahr als „Pünktchen“ in „Pünktchen und Anton“ und als Recha in „Nathan der Weise“. Ihr Partner als Rabe Abraxas ist Philip Wilhelmi (29), der sein erstes Gastspiel in Bad Vilbel gibt.
Regisseurin Uttendorf hatte an der Burg bereits „Alice im Wunderland“ (2013) und „Pünktchen und Anton“ (2014) inszeniert,
„Die kleine Hexe“ hat in dieser Saison insgesamt 25 Auftritte, davon zwei bei Gastspielen in Dreieich und Neuwied. (dd)

Eintrittskarten kosten zwischen 5,50 Euro und 14 Euro; im Vorverkauf sind sie erhältlich im Festspielbüro, Klaus Havenstein-Weg 1, Telefon (06101) 559455, E-Mail tickets@bad-vilbel.de.