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Oase mit Lärmschutz

Ortsbeirat verabschiedet Entwurf für ein neues Heilsberger Jugendhaus

Links im Bild der Lärmschutzwall, vor dem Haus eine Terrasse und ein Multifunktionsspielfeld, dargestellt in Rot. Zwischen Wall und Haus soll eine Kletterwand Platz finden. Hinter dem Lärmschutzwall sollen nach Hartmut Schrades Idee Obstbäume angepflanzt werden, ein Weg führt zu einer erhöhten Terrasse am Lärmschutzwall. Diesen Entwurf hat der Ortsbeirat einstimmig verabschiedet. Repro: Mag
Links im Bild der Lärmschutzwall, vor dem Haus eine Terrasse und ein Multifunktionsspielfeld, dargestellt in Rot. Zwischen Wall und Haus soll eine Kletterwand Platz finden. Hinter dem Lärmschutzwall sollen nach Hartmut Schrades Idee Obstbäume angepflanzt werden, ein Weg führt zu einer erhöhten Terrasse am Lärmschutzwall. Diesen Entwurf hat der Ortsbeirat einstimmig verabschiedet. Repro: Mag

Es soll jetzt endlich vorangehen mit dem neuen Jugendhaus auf dem Heilsberg. Bereits im März hatten Hartmut Schrade (CDU) und Jens Völker (CDU) ihr Konzept und ihre Ideen für das neue Jugendhaus vorgestellt. Einstimmig beschlossen der Ortsbeirat Heilsberg den Antrag zur Verabschiedung des Entwurfs.

Bad Vilbel. Vor 40 Jahren habe es auf dem Heilsberg geheißen, ein Jugendhaus solle kommen, hatte Schrade in der Sitzung Anfang März betont. Nun soll der Schritt nach vorn gewagt werden. Demnach sollen auf etwas mehr als 200 Quadratmetern Räumlichkeiten für Jugendliche geschaffen werden. Sie sollen so konzipiert werden, dass sie flexibel für verschiedene Aktivitäten genutzt werden können.

„Das Haus ist nicht für laute Partys gedacht“, fasste Ortsvorsteher Peter Schenk (CDU) den Entwurf fürs Jugendhaus zusammen. Eine Fahrradwerkstatt werde auf alle Fälle im Haus eingerichtet „Wegen der Nähe zur Dirt-Bike-Bahn, die direkt neben dem geplanten Gebäude liegt, bietet sich das ja an“, sagte Schenk.

„Wie die Konzepte für Aktivitäten in den einzelnen Räumen aussehen, wird erst einmal nicht festgelegt“, erklärte Schenk. Die Sozialarbeiter der Stadt seien mit den Jugendlichen häufiger zusammen und können somit auf Trends und angesagte Aktivitäten reagieren. Geöffnet werde das Haus weiterhin nur unter der Aufsicht der Betreuer sein.

Es wird langsam Zeit

„Hartmut Schrade hat sich da hinein gebissen und das gut geplant“, lobte Peter Schenk seinen Parteifreund. Einstimmig wurde der Entwurf im Ortsbeirat verabschiedet, auch die Opposition war begeistert, wenn auch Jochen Brings (SPD) eine Kleinigkeit störte. „Die vorliegende Konzeption ist sehr gelungen. Ich bin froh, dass endlich Bewegung in die Sache Jugendhaus gekommen ist, das die SPD ja seit 1997 fordert“, erklärt er nach der Sitzung. „Ich hätte mir aber vor der Ortsbeiratssitzung mehr Infos über die Konzeption seitens der Jugendpflege gewünscht. Dann hätten sich viele Fragen auf der Sitzung von selbst erledigt“, so Brings.

Grundlage geschaffen

„Durch die Verabschiedung des Entwurfs im Ortsbeirat ist eine Grundlage geschaffen, dass es endlich los gehen kann. Wir hoffen auf eine Eröffnung 2019 oder 2020“, sagte der Ortsvorsteher.

Auch Bad Vilbeler Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn (FDP) sah die Verabschiedung des Plans positiv. „Ich bin dankbar für jede Unterstützung. Es wird langsam wirklich Zeit, dass das Jugendhaus gebaut wird“, sagte sie. Das Jugendhaus werde eine wichtige Funktion auf dem Heilsberg erfüllen. Immer noch gebe es allerdings Anwohner, die sich über die Pläne beklagten und Angst vor Vandalismus und Ruhestörung hätten. „Ich kann das ja verstehen“, sagt Freund-Hahn. „In den Bebauungsplänen ist von der Möglichkeit die Rede, dass 1000 Jugendliche gemeinsam feiern können“. Das seien allerdings nur Möglichkeiten. „Wenn wir mal ehrlich sind, wie viele Jugendliche werden gleichzeitig dort sein? Vielleicht 60 oder 80, aber sicherlich keine 1000“.

Auch die Dezernentin befürwortete die offenen Möglichkeiten und die Flexibilität, die in Hartmut Schrades Planung an erster Stelle stehen. „Der Entwurf von Hartmut Schrade ist richtig gut“, befand Freund-Hahn. Angst vor Anwohnerklagen hat Freund-Hahn nicht: „Ich kann die Ängste zwar verstehen, glaube aber nicht, dass es Ärger geben wird.“

Wir sind von den Anwohnern nicht allzu weit entfernt.“, sagte Freund-Hahn. „Wir sind sehr weit von den Anwohnern entfernt“, fand hingegen Jens Völker, Vorsitzender des Planungs- und Bauausschusses. Selbst ein gerichtlicher Vergleich könne nicht verhindern, dass Anwohner klagen.

Dabei sei dieser Entwurf doch eigentlich mit Rücksicht auf die Anwohner entstanden. Der Lärmschutzwall werde so hoch wie das Haus, Fenster zu den Wohnhäusern hin können nicht geöffnet werden, hier würden die Räume durch ein Belüftungssystem versorgt werden.

Die Zahl der Abendveranstaltungen sei nicht begrenzt, jedoch könnten Anwohner dagegen klagen. „In diesem Fall muss dann der Richter entscheiden, wie viele Abendveranstaltungen im Jahr es geben darf. So sind wir von Rechtswegen her dann sicher“, sagte Jens Völker.

Das dritte Jugendhaus


100 000 Euro sind in den Haushalt eingestellt, damit das neue Jugendhaus im Heilsberger Christeneck entstehen kann. Das Jugendhaus soll als Ergänzung zu den anderen Einrichtungen für Jugendliche in Bad Vilbel gelten. Das Efzet-Forum in Dortelweil ist mit 720 Quadratmetern Fläche und dem Dortelweiler Platz vor der Tür perfekt für Konzerte und Veranstaltungen geeignet. Das Efzet in der Saalburgstraße in der Kernstadt eignet sich mit 480 Quadratmetern besonders gut für Kurse. Im Außenbereich haben beide Häuser allerdings recht wenig zu bieten. (nma)