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1600 Euro für »Atempausen«

Die HelferInnen des Heilsberger Kleiderbasar mit Nadine Bauer (Julius Philip e.V.) vorne rechts in Blau Foto: Privat
Die HelferInnen des Heilsberger Kleiderbasar mit Nadine Bauer (Julius Philip e.V.) vorne rechts in Blau Foto: Privat

Heilsberger Basar-Team übergibt Spende an »Julius Philip«-Verein

Bad Vilbel. Mit sehr großem Erfolg fand im März wieder der Heilsberger Damen- und Herrenbasar statt. Nun wurde der Erlös an den Verein Julius Philip übergeben. Dort war die Freude groß, denn viele Familien mit schwerstbehinderten Kindern sind auf dieses Geld angewiesen.

Innerhalb von zwölf Stunden wurde kürzlich von mehr als 30 Helferinnen in der Heilsberger Sporthalle ein nach Kleidergrößen sortiertes Einkaufsparadies mit Umkleiden und Cafeteria geschaffen. Punkt 13 Uhr öffneten die Türen, und es herrschte gleich großer Andrang: Viele Menschen, teilweise sogar bis aus dem Taunus, wollten sich ein Schnäppchen sichern und in der Cafeteria unter den 30 selbst gebackenen Kuchen und Torten ihr Sahnestückchen herauspicken.

Nach wie vor ist der Heilsberger Basar für Damen- und Herrenmode weit über die Grenzen Bad Vilbels sehr beliebt. Mit insgesamt 345 Besuchern war der Basar auch dieses Mal gut besucht. Der Erlös aus den Einnahmen der Cafeteria und dem kommissionierten Verkauf der Kleidungsstücke wurde nun an den Verein Julius Philip übergeben. Überglücklich nahm Nadine Bauer, Geschäftsführerin des Vereins, den Scheck über 1600 Euro entgegen. »Mit diesem Geld wird die Arbeit des Vereins wieder ein Stück vorangebracht, um mehrfach schwerstbehinderten Menschen und ihren Familien zu helfen«, so Bauer.

FAMILIEN MIT FRAGEN
Mit der Volljährigkeit stünden viele Familien vor der Frage, wo ihr schwerstbehindertes Kind später einmal leben soll, wenn nicht zu Hause. Wer soll es pflegen, wenn sie es nicht mehr können? Laut Pflegestatistik werden die meisten Pflegebedürftigen (80 Prozent sind über 65 Jahre alt) zu Hause, von Angehörigen gepflegt. Menschen unter 60 Jahren, die nicht zu Hause gepflegt werden können, werden in Alten- oder Pflegeheimen untergebracht.
Einer Studie der Uni Marburg zufolge, lebten Ende 2000 bereits 1427 schwerbehinderte oder kranke Menschen unter 60 Jahren in Einrichtungen der Altenhilfe. Dieser Entwicklung versuchen die Familien durch die Pflege in den eigenen Wänden entgegenzuwirken. Doch dies ist keine leichte Aufgabe und mit vielen Entbehrungen verbunden.

AUGENBLICKE DER FREUDE
Viele dieser Familien können mit ihrem behinderten Familienmitglied keinen Urlaub organisieren und haben oft seit Jahren keine Möglichkeiten sich zu erholen. Hier hilft der Verein mit der Planung und Organisation von Familienfreizeiten und schafft damit eine »Atempause« für die ganze Familie.
Der Alltag mit mehrfach schwerstbehinderten Menschen ist nicht einfach, so Bauer. Sehr oft blieben die Wünsche der anderen Familienmitglieder auf der Strecke. Deshalb bietet der Verein »Auszeiten« für Mütter oder Väter auch erwachsener Behinderter oder einen Geschwistertreff, bei dem die Geschwister auch einmal im Mittelpunkt stehen dürfen. Unterstützt von ehrenamtlich tätigen Therapeuten, Heilpraktikern und Partnern entstehen kostenfreie Seminare, Kurse oder auch Familiennachmittage. (zlp)