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Lachen über die Weiber

Sessionsauftakt mit der Generalprobe in der „Turnhall’“ in Groß-Karben

Raketen der Begeisterung stiegen am Freitagabend in den Himmel über Groß-Karben, denn die Weiberfastnacht hatte in die „Turnhall’“ zur Generalprobe geladen.

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Karben. Traditionell sind zum Sitzungsauftakt nur Männer im Publikum zugelassen. Die Herren kamen, trotz Starts der Rückrunde der ersten Fußball-Bundesliga, nicht nur zahlreich, sondern auch überwiegend kostümiert.

Die Tradition spielt in dieser Session eine besondere Rolle, denn die Groß-Kärber Weiber feiern heuer ihr 33-jähriges Bestehen. Und so erklomm Ingrid Wieja im schwarz-weißen Clownskostüm noch vor dem Einzug des Elferrates die Narrenbühne und erinnerte an die bewegte Historie. Der Rückblick fiel natürlich karnevalistisch humorig aus, und so hatte das Publikum viel zu jauchzen. Ein Glück, denn „wir hätten nicht gedacht, dass ihr so lange über uns lacht“, wundert sich Ingrid Wieja. Entstanden aus einer Gymnastikgruppe, entwickelt sich die Weiberfastnacht zum Dauerbrenner und erlebt tolle Erfolge. „Vier Jahre lang kam das Hessenfernsehen in die “Turnhall’“, und mit stolzgeschwellter Brust verkündet Wieja: “Wir waren die erste Weiberfastnacht im Fernsehen“.

Sie erinnert aber auch an verstorbene Mitstreiterinnen, an einen Stromausfall und eine Faschingssaison im Mai. Grund hierfür: der Ausbruch des Golfkrieges.

Dann endlich hält Sitzungspräsidentin Helga Döppenschmidt mit ihren Elferrats-Damen gebührend Einzug, die Musik spielt den Einzugsmarsch, die Herren stehen Spalier, Arme werden geschwenkt, Groß-Karben hellau. Auch die Elferräte sind ganz auf Nostalgie getrimmt, denn jede trägt ein Kostüm aus einer der letzten Kampagnen, die jeweils unter einem Motto stehen.

Neu ist dagegen die musikalische Begleitung. Die Musiker René Schleicher und Björn Treuer haben die Aufgabe von Dieter Adam übernommen, der nach vielen Jahren bei der Weiberfastnacht ade gesagt hat. „Die Proben waren anders, aber schön“, kommentiert Döppenschmidt, aber von Erfolg gekrönt, denn die Weiberfastnacht ist dieses Mal überaus musikalisch, will heißen, die Damen singen verstärkt.

Etwa Christa Haufert und Sandra Mühlfeld: Sie schlüpfen in die Rolle der „Helwigs“ und lassen damit einen Act aus einem vormaligen Programm wieder aufleben. Bekannte Lieder erhalten neue Texte und sorgen für ganz besondere Stimmung im Saal. So wird beispielsweise aus dem „Zigeunerjungen“, einst gesungen von Alexandra, bei den „Hellwigs“ das „Zigeunerschnitzel“. Da unterbricht Christa die Singerei: „Zigeuner, des derf ma ja nich mehr sagen“. Und so singen die beiden: „Papriiikaschnitzel“ und die Herren fallen in den Refrain mit ein. Zwischen den Liedern wird natürlich derb gekalauert. „Wir sind nicht dick, wir sind querschlank“, frotzeln die „Helwigs“, denn bei den Weibern gehen die Witze nicht nur auf Kosten anderer, nein, sie nehmen sich auch selbst gerne auf den Arm. Und natürlich darf zum Abschluss ein „säuisches Lied“ nicht fehlen. Sandra Mühlfeld brilliert hier ebenso wie als Rockröhre zu Heavy- Metal-Klängen.

Später reißt Vanessa Seibel als Conny Francis das Publikum von den Stühlen, die erstmals auf der Narrenbühne steht. Sie singt gekonnt live, während eine ganze Reihe Damen in einem weiteren Punkt nur so tut als ob. Die Auftritte bei der Playback-Show werden deshalb nicht weniger bejubelt. Auch die Asbachlerchen dürfen da nicht fehlen, und im Finale wird schließlich, in aller Seligkeit und Euphorie, das „Kärber Lied“ angestimmt.

Wie immer wird bei der Weiberfastnacht auch getanzt: Beim Tanz „Cabaret“ hüpfen in der jungen Gruppe drei Neulinge erstmals im Takt über die Bühne. In bewährter Weise ist auch die Ranzengarde wieder mit von der Partie. Zu vorgerückter Stunde schwingen dann die erwachsenen Tanzmädels ihre Beine und bieten „Rocky Horror Pictures“.

Karneval feiern ohne Humor geht nicht, und so haben die Damen des Wortes ihre viel belachten Auftritte, denn sie unterhalten mit Witzen, Sprüchen und derben Zoten. Dieses Mal ist besondere Zungenfertigkeit gefragt, denn Jupp und Kathrinchen alias Ute Zimmermann-Erle und Katja Winter versuchen nicht über die Wortspielereien mit den „Matte Platte mit der Placke“ zu stolpern, während Silke Widmann und Melanie Kühlborn gekonnt den sächsischen Zungenschlag pflegen.

Karten gibt es nur noch für die vierte Sitzung für gemischtes Publikum am Freitag, 21. Februar, 20.11 Uhr in der „Turnhall’“, Christinenstraße 17. Karten à 12 Euro können bei Christa Haufert geordert werden, Telefon (06039) 2101.