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Polizei auf der Hut – Vorbeugung und verstärkte Kontrollen senken in Bad Vilbel die Kriminalitätsrate

Deutlich zurückgegangen ist die Kriminalität in Bad Vilbel. Man habe durch gezielte Präsenz vorgebeugt, erklärt sich der Polizeichef die erfreuliche Entwicklung für die größte Stadt im Wetteraukreis.

Bad Vilbel. „Mehr Kontrollen, die Fallzahlen eher rückläufig“. Torsten Werner, der Leiter des Polizeireviers Bad Vilbel und Karben, ist über die Bilanz des Jahres 2011 erfreut. Die Statistik stellte einen Rückgang der Straftaten um insgesamt 12,7 Prozent fest. In absoluten Zahlen waren das 1507 Fälle, gegenüber 1727 im Jahr 2010. Diese Zahlen beziehen sich auf eine Einwohnerzahl von 31 822 zum Jahresende 2011. Neben den Polizeibeamten sind auch noch elf sogenannte Freiwillige Polizeihelfer in der Brunnenstadt unterwegs.

Am deutlichsten sank die Rauschgiftkriminalität auf nur noch 31 Taten, ein Rückgang um 42,6 Prozent. Zugleich ist in dem Milieu auch die Aufklärungsquote mit 96,8 Prozent am höchsten. Autoaufbrüche gingen auf 80 Fälle zurück, ein Minus von 35 Prozent.

Straßenkriminalität

Aber auch Straßenkriminalität (400 Fälle, minus 25,1 Prozent) und Körperverletzung (79 Fälle, minus 24,8 Prozent) beschäftigten die Ordnungshüter deutlich weniger als noch im Jahr zuvor. Den geringsten Rückgang verzeichnete man bei der Gewaltkriminalität, die um 6,3 Prozent sank und für das vergangene Jahr mit 44 Fällen angegeben ist. Zufrieden ist Werner auch über die seit 2001 kontinuierlich steigende Aufklärungsquote: von damals 30,1 auf jetzt 48,8 Prozent. Die Zahl der Fälle schwankte in diesem Zeitraum zwischen 1507 im vergangenen Jahr und 2158 in 2005. Den Rückgang der Wohnungseinbrüche führt Werner auf vorbeugende Aktivitäten zurück: verstärkte Verkehrskontrollen, „verdeckte Maßnahmen“ in den Wohngebieten – „das spricht sich rum“ in Täterkreisen. Dass es weniger Pkw-Aufbrüche, als in Karben gebe, liege auch daran, dass es dort weniger Brennpunkte gebe, auf die sich die Polizei konzentrieren könne. Auch auffällige Gruppen Jugendlicher gebe es in Vilbel derzeit nicht – im Gegensatz zu Karben, wo es „zwei, drei Rädelsführer“ gebe. Werner erinnert sich aber, dass noch vor zwei Jahren ein 14-Jähriger „viel aufgemischt“ habe. Der Bad Vilbeler Revierchef wiederholt seinen Wunsch, man möge sich in den Kommunen mehr um „sinnvolle Freizeitgestaltung“ kümmern. Deswegen stehe er mit den Stadtverwaltungen von Karben und Bad Vilbel im Dialog. Das bedeute für ihn auch offene Jugendarbeit. Er hält einen Streetworker für sinnvoll – im Gegensatz zum Bad Vilbeler Sozialamt.

Kooperation mit Stadt

Der Revierleiter setzt auch auf den in diesem Jahr in Bad Vilbel neu belebten Präventionskreis. Fortgesetzt werden soll auch die Kooperation mit Stadt, Jugendschutz und Sozialamt, was sich beim Vilbeler Markt bewährt habe. Dort habe man viel Aufklärung beim Jugendschutz leisten können.