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Weiter mit Tobias Utter

Friedberg Landtagswahlen Tobias Utter (CDU), Kathrin Anders (Grüen) Mattiash Körner (SPD)
Friedberg Landtagswahlen Tobias Utter (CDU), Kathrin Anders (Grüen) Mattiash Körner (SPD)

Bad Vilbel/Karben/Wetterau. »Der heutige Tag ist beklemmend, da geht die Freude über das gute Ergebnis für die CDU unter«, sagte Tobias Utter. Die Worte wählte er mit Bedacht, noch ehe er eine Frage zum Ergebnis der Landtagwahl und seinem fünften Einzug in den Landtag zuließ. »Es ist ein schrecklicher Tag, der Krieg in Israel, so viele Tote, die planmäßig erschossen worden sind«, sagte Utter. Der Bad Vilbeler ist im Landtag im Freundeskreis Israel engagiert.
Froh war Utter darüber, dass er erneut den Wahlkreis 25, Wetterau I (diesmal mit 37,1 Prozent) für sich entscheiden konnte. Damit setze die südliche Wetterau auf Kontinuität. Seinen Vorsprung vor der Zweitplatzierten im Wahlkreis, Kathrin Anders (18,2 %) von den Grünen, beträgt fast 20 Prozentpunkte. »Die zweite Überraschung des Wahlabends ist, dass die AfD so zulegen konnte«, sagte Utter.
Im Wahlkreis 25, der die Städte Bad Vilbel, Karben, Friedberg, Rosbach, Niddatal und die Gemeinde Wöllstadt umfasst, waren 74 185 Menschen zur Wahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 65 Prozent und damit nochmals niedriger als bei Landtagswahlen im Jahr 2018, als sie noch 71 Prozent betrug.
Sicher dem neuen Landtag gehört auch Kathrin Anders von den Grünen an. »Das Ergebnis der heutigen Wahl birgt eine besondere Aufgabe für uns Demokraten. Es gilt verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen«, sagte sie. Diese Wahl sollte zu denken geben. Das Ergebnis der Landtagwahl mit der AfD als zweitstärkste Kraft im Land müsse nun in Bund und Land reflektiert werden.
Müssen unsere Politik besser erklären
Ob der DGB-Mann Matthias Körner, der im Wahlkreis 25 für die SPD angetreten ist, dem Landtag angehören wird, war am Wahlabend noch nicht klar. Der Gießener ist auf der Landesliste auf Platz 16. »Das könnte knapp werden«, sagte er. Seine Erklärung für das schlechte Abschneiden der SPD: »Wir müssen Politik besser erklären und die Mitglieder besser einbeziehen.«
Der nicht in der Wetterau verwurzelte Körner (12,7 %), wurde noch vom AfD-Mann Christian Rohde aus Karben (15,4 %) überflügelt. Rohde zeigte sich während der Pressekonferenz im Friedberger Kreishaus am Sonntagabend selbstbewusst. »Wir sind nach der CDU der Wahlsieger und konnten unser Ergebnis nochmals verbessern.« Er erklärte unter Buh-Rufen, dass seine Partei im Landtag gute Arbeit geleistet habe. »Brandmauern machen keinen Sinn, die treiben unsere Wähler nur noch weiter von ihnen weg.«
Der Aufstieg der AfD besorgt die CDU. »Es hat mich überrascht, dass sie derart zulegen konnte«, sagte Tobias Utter. In den Gesprächen im Wahlkampf habe er erlebt, dass die Menschen von der Politik enttäuscht seien, vielfach sei gesagt worden, Berlin brauche einen Denkzettel. AfD zu wählen sei aber keine Lösung, sagte Utter. »Die Partei benennt Probleme, sie hat aber keine Antworten und Lösungen.« »Das Ergebnis ist vor allem eine Quittung für die Ampel in Berlin«, sah Kathrin Anders (Grüne) als Grund für das gute AfD-Ergebnis.
Dass Utter erneut den Wahlkreis entscheiden konnte, erklärte er damit, dass er sich für die Wetterau in Wiesbaden einsetze. Er nannte den Ausbau der S 6, die Ortsumgehung in Wöllstadt und die Unterstützung der Unternehmen während der Corona-Zeit. An dieser politischen Ausrichtung solle sich in den kommenden fünf Jahren nichts ändern. Danach soll mit Landespolitik für den 62-Jährigen Vilbeler Schluss sein. »Wenn es nach meinen Plänen läuft, ist das so. Als Politiker soll man ja nie nie sagen, aber das heute sollte meine letzte Kandidatur«.