Veröffentlicht am

Wie ist das mit Jesus?-Das Wort zum Sonntag

Es gibt Menschen, die würden gerne glauben, aber sie können es nicht, sie spüren nichts. Es gibt andere, die intellektuelle Zweifel haben. Es gibt aber auch viele Menschen, die all das vorschieben, weil sie ganz einfach nicht an Jesus glauben wollen. Sie haben begriffen, was Jesus will, Aber sie wollen ihn nicht annehmen.

Bevor wir aber auf die Anderen schauen, auf die vermeintlich Gottlosen, lohnt ein genauerer Blick in das Neue Testament. Diejenigen, die Jesus abgelehnt haben, waren vor allem die Frommen. Die, die regelmäßig im Gottesdienst waren, die mit den heiligen Schriften vertraut waren und gebetet haben. Es gab und gibt offenbar sehr religiöse Menschen, die Jesus nicht annehmen wollen. Wie kann das sein? Im Gespräch mit seinen Kritikern sagt Jesus (Johannes 5, 43): „Ihr würdet jemanden annehmen, der in seinem eigenen Namen kommt. Aber ich bin gekommen in meines Vaters Namen und ihr nehmt mich nicht an.“

Mit anderen Worten: Ihr würdet jemanden annehmen und verehren, der sich einen großen Namen macht. Jemanden, der Ehre für sich beansprucht. Einen Messias, der einen großartigen Eindruck macht, der mit Macht und Herrlichkeit daher kommt. Den würdet ihr annehmen. Aber genau so kommt Jesus eben nicht daher. Jesus kommt im Namen eines Anderen. Er will keine Ehre für sich, sondern sieht sich als den, der vom Vater gesandt ist. Es geht ihm darum, dass Gottes Name geheiligt wird. Und: dass die Menschen gerettet werden. Dafür ist er bereit, alles zu geben. Sogar sein Leben. Er sieht sich selbst als Diener. Und so jemand passt den Menschen nicht. Wir sind so darauf fixiert, für uns selbst Ansehen und Ehre zu erlangen, dass jemand, der das nicht tut, abgelehnt wird. Wahrscheinlich aus gutem Grund. Denn wir ahnen: Wenn wir Jesus annehmen, wenn wir ihm nachfolgen, hat das auch Konsequenzen für unser eigenes Leben. Es gibt viele Gründe, warum Menschen Jesus nicht annehmen. Meine Vermutung ist: Wir sind nicht bereit, damit aufzuhören, um uns selbst zu kreisen.

Jens Martin Sautter,

Christuskirchengemeinde