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Betreuung stößt an Grenze – Bürgermeister präsentiert im Sozialausschuss, wie sich die Zahl der Kinder in Karbenentwickelt hat

Soll die Stadt in der Nähe vom Schwimmbad eine neue Kindertagesstätte bauen? Nach den Zahlen, die Bürger- meister Guido Rahn (CDU) im Ausschuss für Jugend, Soziales und Kultur vorgelegt hat, ist ein Neubau bald erforderlich.

Karben. In einer Präsentation zeigte der Bürgermeister, wie sich die Anzahl der Kinder in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Bis 2007 gab es noch einen leichten Rückgang, daher konnten Kindergartenplätze für Drei- bis Sechsjährige in U3-Betreuung umgewandelt werden. Derzeit gibt es insgesamt 1288 Betreuungsplätze für die kleinen Karbener im Alter von einem bis zehn Jahren. 720 sind bei den Kitas angesiedelt, 365 im Hort, 161 bei der U3-Betreuung und 42 bei Tagesmüttern – Tendenz steigend.

„Es ist die Frage, ob die Anzahl der Plätze ausreicht. Die Erfahrung zeigt, dass es knapp werden wird“, sagte Rahn. Einen Trend könne man anhand der Anmeldungen für 2014 ableiten: „Das wird dann schon eng.“ Hinzu kommt der rechtliche Anspruch, dem die Stadt Rechnung tragen muss. Berücksichtigt werden müssten nicht nur die Zahl der Geburten innerhalb Karbens, sondern auch die Zuzüge. „Die Taktik, abzuwarten, klappt in diesem Fall nicht. Es gibt Anrufe von Eltern, die auf ihren Platz bestehen“, erklärte Rahn.

Und schon jetzt sind beispielsweise die Glückskinder in Kloppenheim ausgelastet: „Dort haben wir regulär 85 Plätze, jetzt sind 88 Anmeldungen da. Erweitern können wir dort nicht, da sind es schon drei Gebäude, mehr kann man der dortigen Leitung nicht zumuten.“ Es sei zwar möglich, dass Kloppenheimer einen Platz in einem anderen Stadtteil bekommen, doch das sei nur eine Notlösung. „Wenn alle U3-Kinder bleiben, die jetzt angemeldet sind, dann wird es mit den Kita-Plätzen wirklich eng“, betonte Rahn.

Eine weitere Lösung sei es, die Horte zu schließen, die Stadt sei nur verpflichtet, Betreuung für Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren anzubieten. Die Plätze könnten umgewandelt werden, doch das sei keine wirklich sinnvolle Variante. Der Aus- und Anbau vorhandener Kitas komme ebenfalls nur bedingt in Frage. „Wir haben allein für die U3-Betreuung viel aus- und umbauen müssen. Mehr Kapazität geben die Gebäude nicht mehr her.“

In Frage komme für ihn nur ein Neubau, am sinnvollsten auf einem Areal am Breul. „Er würde dezentral liegen, im Umkreis von 500 Metern wird keine andere Kita tangiert, und in diesem Gebiet sind 60 Kinder unter sechs Jahren gemeldet.“ Ein möglicher Baubeginn sei 2015 denkbar. Es sollte seiner Ansicht nach eine Kita mit sechs Gruppen werden. Über einen Neubau müsste man zügig verhandeln, da allein die Planungsphase meist 18 Monate betrage, empfiehlt Rahn. Dafür müsste der regionale Flächennutzungsplan geändert werden, auch über die Verkehrsanbindung, die über die Kreuzung an der Gehspitze möglich ist, müsste gesprochen werden. „Über einen Kreisel, wenn die Nordumgehung fertig ist“, erklärte Rahn.