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Es brummt am Himmel – Rendeler Initiative gegen Fluglärm sammelt bereits 400 Unterschriften

Nicht gegen den Flughafen, aber gegen den Fluglärm direkt über Karben wehrt sich jetzt eine Bürgerinitiative.

Karben. „Auch wir nutzen natürlich gelegentlich Flugzeuge. Aber müssen die jetzt unbedingt so tief über Karben an- und abfliegen?“ Diese Frage stellt sich nicht nur Christina Domenesch-Schmidt aus Rendel, die im Dezember vergangenen Jahres mit fünf Rendeler Mitbürgern die Karbener Bürgerinitiative (BI) gegen den Fluglärm ins Leben gerufen hat. Weil eine große Anzahl von Bürgern, die sich solidarisch mit ihren Zielen erklärt, größeres Gewicht in der Politik und bei Verbänden hat, sammelt die rührige Rendeler Unternehmerin zusammen mit ihren Mitstreitern aus der BI nun Unterschriften. So auch wieder am vergangenen Samstag auf dem Parkplatz eines größeren Supermarktes in Klein-Karben. Doch das war Christina Domenesch-Schmidt nicht genug. Deshalb machte sie sich schon bald auf den Weg, um von Haustür zu Haustür zu ziehen, und so weitere Unterschriften zu sammeln.

Überzeugungsarbeit

„Man kommt so oftmals besser ins Gespräch, denn vor dem Supermarkt haben es die Leute meist eilig“, begründete sie ihre Aktion. Und so seien in ganz kurzer Zeit bereits über 400 Unterschriften zusammengekommen.

Allerdings ist auch bei dem Sammeln von Unterschriften an der Haustür der Erfolg nicht gleich 100 Prozent. Es gab Argumente wie „Ich arbeite am Flughafen und werde mir deshalb doch nicht meinen Arbeitsplatz wegprotestieren“. Eine Bürgerin will den Fluglärm sogar noch gar nicht festgestellt haben und antwortete der erstaunten Unterschriftensammlerin: „Ich unterschreibe erst, wenn ich davon betroffen bin“.

Der größte Teil der Angesprochenen war jedoch ohne längeres Zögern zur Unterstützung der Bürgerinitiative bereit. Hier ähnelten sich die befürwortenden Argumente: „Wir haben genug von dem Lärm“, „Wir haben Angst um den Wert unser Häuser“ oder „Das ging bisher doch auch anders. Warum sind die Flugrouten jetzt zu unserem Nachteil geändert worden?“

Rückendeckung

Rückendeckung bekommt die Initiative seit Neuestem vom Bürgermeister Guido Rahn (CDU). Nachdem sich in letzter Zeit die Beschwerden im Rathaus gehäuft haben, fordert er nun auch Gehör in der Fluglärmkommission. Dieses Ansinnen von Bad Vilbel und Karben war im Vorhinein zwar abgelehnt worden, weil diese Region angeblich von den Auswirkungen startender und landender Flugzeuge nicht betroffen sei. Doch die Beschwerden betroffener Bürger zeugten vom Gegenteil. Dabei gebe es durchaus Möglichkeiten, den Fluglärm in Grenzen zu halten. „Beispielsweise durch Anhebung der Flugrouten oder durch Verlängerung der Flugschneisen, die dann aber auch von den Piloten verbindlich eingehalten werden müssten“, schlug der Sprecher der Bad Vilbeler Bürgerinitiative, Ronald Kasten, vor, der an dem Samstag in Karben an der Unterschriften-Sammelaktion teilnahm, weil er Ähnliches in Bad Vilbel demnächst durchführen will.

Die Unterschriften sollen den jeweiligen Bürgermeistern übergeben werden, damit diese (hinzukommen werden aller Voraussicht nach noch Niddatal, Altenstadt und Büdingen) gemeinsam für die gesamte Wetterau reden können.