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Keine Kehrtwende ohne Kunden – Marktgilde will Dortelweiler Wochenmarkt beleben

Von Patrick Eickhoff

Bad Vilbel. Wochenmärkte haben in den vergangenen Monaten an Beliebtheit gewonnen. Da passte es wie die Faust aufs Auge, dass im Oktober des vergangenen Jahres auch Dortelweil einen eigenen bekam. Jeden Samstag sollte sich der Dortelweiler Platz zu einem echten Treffpunkt entwickeln. Doch in den vergangenen Wochen war immer weniger los auf dem Markt vor dem Kultur- und Sportforum

Für die Organisation verantwortlich ist die Deutsche Marktgilde, die einen Vertrag mit der Stadt geschlossen hat. Ingo Johnson vom Vorstand sagt: »Leider entwickelt sich der Markt in der Tat nicht so, wie wir uns das erhofft hatten.« Der überwiegende Grund sei auch dort die Corona-Pandemie. »Die Überlegungen, den Markt an seinem jetzigen Standort neu zu starten, sind in der Zeit vor der Pandemie entstanden. Der Fokus lag ganz klar und mit deutlichem Schwerpunkt darauf, einen Treffpunkt der Ortsteile zu schaffen. Einen Treffpunkt an dem sich Alt und Jung, alter Ortskern und Neubaugebiet treffen sollten, mit der Möglichkeit sich zusammen zu setzen, zu plaudern, sich ungezwungen auszutauschen und auf dem Platz zu verweilen. Leider war dies, kurz nach dem Start, dann nicht mehr umsetzbar.«

Durch die langjährige Erfahrung sei es der Marktgilde von Anfang an bewusst gewesen, dass es ohne die »Komponente Treffpunkt« ein eher schwieriger Standort für einen Wochenmarkt sein würde. »Dafür sind die Bedingungen und Begebenheiten auf diesem Platz einfach nicht ideal«, so Johnson. »Als dann die Einschränkungen durch die Schutzmaßnahmen kamen und uns diese, für uns essenzielle, Komponente genommen wurde, haben wir dennoch versucht, den Wochenmarkt aufzubauen, immer wieder neue Beschicker gefunden, die den Markt in Dortelweil zumindest testweise beschickt haben.«

Man habe die Preise zwischenzeitlich deutlich reduziert, »weil wir pandemiebedingt nicht das liefern konnten, was geplant war«, sagt Johnson. Zufrieden ist das Vorstandsmitglied damit selbst nicht. »Leider hat der Markt in dieser Zeit stark gelitten, das können und müssen wir so bestätigen, möchten aber gern weiter an der Entwicklung arbeiten. Wir würden gern einen Weinstand etablieren und diesen Treffpunkt Wochenmarkt bieten.« Das stehe und falle allerdings mit der Kundschaft. »Ohne Leben auf dem Markt, ohne Kunden, ohne Umsatz der einzelnen Beschicker können wir die Kehrtwende nicht einleiten.«

Bei der Deutschen Marktgilde hofft man, den Markt »doch noch zu dem entwickeln zu können, was er werden sollte« Dafür sei es aber auch wichtig, dass keine neuen Corona-Schutzmaßnahmen folgen. »Derzeit suchen wir: Obst- und Gemüsehändler, Metzger, Fischhändler, Geflügelhändler, Feinkost«, erläutert Ingo Johnson. Eine Übersicht gibt es auf www.marktgilde.de.

Dass derzeit extrem wenige Beschicker auf dem Dortelweiler Samstagsmarkt zu finden sind, sei aber der Urlaubszeit geschuldet, gibt Ingo Johnson Entwarnung. (wpa)