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Kreis bleibt stur: Kein Frieden der Hütte! – Regierungspräsidium Darmstadt zeigt sich aufgeschlossen

Bad Vilbel. Der jahrelange Rechtsstreit um den vom Kreis verfügten Abriss eines Holzhütten-Carports am Bad Vilbeler Stadtwald (der BVA berichtete) geht weiter. Bei der Anhörung im Friedberger Kreishaus kam es zu keiner Einigung, wie Pressesprecher Michael Elsaß mitteilt. Das Bauamt wolle die Dinge nun „neu sortieren“ und ein weiteres Gespräch mit Grundstückseigentümer Werner Gestel suchen. Die Anhörung im Friedberger Kreishaus sei, so Gerstels Anwalt Ulrich Rommelfanger, mit 20 Minuten viel zu kurz gewesen.

Davon habe der Ausschussvorsitzende Ernst Meiß noch sechs Minuten verwandt, um zu klären, wer die Presse über das Verfahren unterrichtet habe. Es gab, so Rommelfanger, „keinerlei Interesse vonseiten der Behörde, gemeinsam eine Lösung finden zu wollen“.

Mit abgewogen werden müssen auch die unterschiedlichen Rechtsauffassungen des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, sowie des Regierungspräsidiums (RP) in Darmstadt. An beide Behörden hatte sich Gerstel hilfesuchend gewandt. Das RP unterstützte Gerstel, indem es einen Vergleich aus dem Jahr 2000 heranzieht, nach dem Gerstel nur einen Teil des Gebäudes abreißen müsste. „Die Untere Bauaufsicht beim Wetteraukreis sollte das umsetzen“, erklärte RP-Pressesprecher Dieter Ohl. Das Regierungspräsidium könne eine fachliche Weisung erteilen. Dennoch wolle man abwarten, weil zugleich auch eine Beschwerde im Ministerium eingegangen sei. Nun wolle man abwarten, „ob sich was bewegt“.

Das Wirtschaftsministerium hat jedoch schon im September Gerstels Beschwerde geprüft, mit dem Resultat: „Das Verhalten der Unteren Baubehörde ist nicht zu beanstanden“, so Pressesprecher Christoph Zoerb. Daher gebe es auch nicht die Notwendigkeit, „fachaufsichtlich einzuschreiten“. Weitere Empfehlungen geben die Wiesbadener nicht, denn „das Ministerium kümmert sich nicht um jedes Wochenendhaus“, so Zoerb.

Wie es weitergeht, ist unklar, keiner der Beteiligten möchte sich derzeit zu der Angelegenheit äußern. (dd)