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Streuobstwiesen pflegen – Interessengemeinschaft trifft sich zum ersten runden Tisch

Streuobstwiesen gibt es um Karben herum genügend – doch liegen immer mehr der Grundstücke brach. Diesem Problem widmeten sich jetzt Obstbauern sowie Vertreter der Kelterei Rapp’s und der Stadt beim runden Tisch der Interessengemeinschaft Streuobst Karben.

Karben. „Wir müssen etwas tun“, stellt Klaus-Dieter Kneip fest. Der Geschäftsführer des Fruchtsaftherstellers Rapp’s, der zum Bad Vilbeler Getränkekonzern Hassia gehört, ist froh, dass der Anfang gemacht ist. In Karben und Umgebung gibt es zwar eine Menge Apfelbäume – aber geerntet und gepflegt werden bei weitem nicht alle. Das bekommt auch der Fruchtsafthersteller zu spüren, der zur Kelterzeit mit immer weniger Apfel-Lieferungen zu kämpfen hat.

Das hat seinen Grund. Denn für viele Streuobstwiesen-Bewirtschafter, egal ob Pächter oder Grundstücksbesitzer, ist es nicht einfach, die Bäume zu ernten und zu pflegen. Für viel Empörung sorgten die jüngsten Apfeldiebstähle auf den Streuobstwiesen der Stadt. „Tütenweise tragen Leute jede Woche meine Äpfel vom Grundstück, brechen Äste ab und beschädigen die Bäume“, schimpft ein Obstbauer.

Es fehlt an Geräten

Oft fehlt es den Baumbesitzern an Wissen, Erfahrung und Gerätschaften. „Ich habe keinen Schlepper, um einfach mal schnell all meine Äpfel abzutransportieren“, sagt eine Teilnehmerin. Der runde Tisch, den die Kelterei einberufen hat, soll die Koordination und Organisation der Obstbauern untereinander verbessern, damit so etwas möglichst nicht mehr passiert.

Um schnell miteinander zu kommunizieren, wurde von Seiten des Getränkeherstellers nun ein Weblog eingerichtet, eine kostenlose Internetplattform (http://streuobstkarben.today.net). Hier können sich Streuobst-Fans austauschen, Termine festlegen, Beiträge schreiben. „So ist es möglich, viele Adressaten unkompliziert mit aktuellen Informationen zu versorgen“, erklärt Agrar-Ingenieur Clemens Caesar von Rapp’s, der als Koordinator das Projekt betreut. Unterstützt wird er von Wolfgang Datz als Vertreter der Stadt.

Im Bereich des Obstbaus sei auch eine zunehmende Überalterung festzustellen, meint Caesar. Gleichzeitig beschäftigten sich immer mehr junge Menschen mit dem Apfelanbau – ihnen fehle jedoch am Anfang das Wissen und das Geld, um etwa in die nötigen Maschinen zu investieren. „Solche Leute müssen sich zusammentun – dazu wollen wir einen Beitrag leisten, von dem alle profitieren.“(dae)